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Donnerstag, 13. August 2026

Waiting of Gordot-Erkenntnis

Die Sehnsucht hatte an diesem Abend einen Raum bekommen.
Wir saßen in einer kleinen Box, dicht nebeneinander, als wären wir nicht Zuschauer, sondern Gefangene. Niemand sagte etwas. Vor uns war keine Bühne, jedenfalls keine, die man hätte verlassen können.

Dann krachte die erste Wand.
Ein dumpfer Knall, so plötzlich, dass einige zusammenzuckten. Staub fiel von oben. Irgendwo lachte jemand nervös. Dann krachte es von der anderen Seite. Noch eine Wand. Noch ein Knall.
Und während um uns herum der Raum langsam zerfiel, lief immer derselbe Song von Udo Lindenberg

Immer wieder.

Als würde die Sehnsucht eine kaputte Schallplatte besitzen.
Ich dachte an dich. Nicht an dein Gesicht zuerst, sondern an deine Abwesenheit. An den Platz neben mir, der einmal dir gehört hatte. An all die Sätze, die wir uns hätten sagen können und stattdessen verschluckten. Vielleicht war Sehnsucht genau das: ein Raum, der immer kleiner wurde, obwohl man längst wusste, dass man hinauswollte.

Wieder ein Knall.

Die letzte Wand begann zu zittern.
Menschen rückten näher zusammen. Manche sahen zur Tür, andere zur Decke. Ich blieb sitzen und hörte dem Lied zu. Es war längst unmöglich zu sagen, ob es noch Musik war oder nur Erinnerung.

Dann stürzte eine weitere Wand ein.

Für einen Moment war da draußen.
Weite. Luft. Aber niemand stand auf. Vielleicht, weil wir zu lange darauf gewartet hatten, dass die Wände für uns verschwinden.
Vielleicht, weil wir inzwischen gelernt hatten, dass selbst ein offener Raum einsam sein kann..

Der Song begann wieder von vorn.
Und ich dachte, dass du irgendwo sein musstest, hinter einer Wand, die noch stand.

Also blieb ich sitzen. Und wartete auf den nächsten Knall.





aus: Sequenz aus einem Theaterabend(2015) vor dem grossen Umbau im Stadion 





Donnerstag, 4. Juni 2026

Schade schade

... wir alle können nicht passende Partnerinnen backen, aber unsere KI kann in Zukunft schauen und bumsfallara schon wissen wir alle mehr: "Die Kaffeesatz-Orakel von Backstube Katarina Blume"

In der kleinen Backstube Katarina Blume, einem verschlafenen Dorf am Rande der Zeit, gab es eine Tradition, die so alt war wie der erste verbrannte Kuchen von Bäckerin Lana die Kaffeesatzleserei mit Ausblick und Einblick. Jeden Freitagmorgen, wenn der Duft von frischem Roggenbrot und Zimt in der Luft hing, versammelten sich die Dorfbewohner um den großen Holztisch. Dort thronte eine riesige, abgenutzte Kaffeetasse – die "Zukunftsschale" – in der die Überreste von Bäckerin Lana Morgenkaffee schwammen.

Kapitel one: Kaffeesatz spricht
An diesem Freitag war die Spannung besonders groß. Der Bürgermeister hatte seinen goldenen Löffel verloren, und alle vermuteten, dass er im Kaffeesatz wieder auftauchen würde. Bäckerin Lana rührte mit einem Holzlöffel in der Tasse und murmelte:
Der Satz zeigt mir… eine Reise! Eine Reise in die Zukunft!“

Plötzlich rief der alte Herr Schmidt:
„Ich sehe einen Zug! Einen Zug mit fliegenden Brotlaiben!“
„Unsinn!“, schnaubte Frau Meier. „Das sind keine Brotlaibe, das sind fliegende Kuchen! Die Zukunft gehört den süßen Sachen!“
Bäckerin Lana seufzte.
„Ihr seht alle falsch. Das hier…“ – sie deutete auf matschigen Satz – „…ist der Schatten meines nächsten Backwerkes. Ein Kuchen so mächtig, dass er die Zeit selbst anhalten wird: der schleichende Zeitstollen.“

Kapitel two: Der schleichende Zeitstollen
Am nächsten Tag backte Lana den legendären Zeitstollen. Wer ein Stück aß, konnte für genau drei Minuten und sieben Sekunden in die Zukunft blicken. Wow.
Doch Vorsicht: Die Visionen waren so zuverlässig wie ein Regenschirm im Orkan.

- Bürgermeister Fink sah sich selbst, wie er den goldenen Löffel in der Zukunftsschale wiederfand – nur um dann festzustellen, dass es gar nicht sein Löffel war, sondern der von Bäckerin Lana Urgroßmutter.
- Herr Schmidt sah eine Welt, in der alle Brote fliegen konnten – doch als er aufblickte, war sein eigenes Brot gerade von einem hungrigen Spatz geklaut worden.
- Frau Meier sah sich als berühmte Kuchenflüsterin – doch in Wirklichkeit verbrannte sie am selben Tag ihren ersten Apfelkuchen seit 20 Jahren.

Kapitel three: Die große Prophezeiung
Als der letzte Krümel des Zeitstollens verschwand, verkündete Bäckerin Lana ihre größte Prophezeiung:
„Die Zukunft ist wie ein guter Sauerteig – man muss sie pflegen, aber nicht zu fest drücken. Und jetzt…“ – sie griff in die Zukunftsschale – „…sehe ich: Nächstes Jahr wird es in unserem Dorf eine Backstuben-Olympiade geben!“
Die Dorfbewohner jubelten. Endlich eine Zukunft, die sie alle vereinte. Doch dann fügte Lana leise hinzu:
„…und der Bürgermeister wird wieder seinen Löffel verlieren.“

Epilog: Die Moral von der Geschicht’ 
Zukunft ist wie frisch gebackener Kuchen – man kann sie vorhersagen, aber am Ende schmeckt sie immer anders, als man denkt, weiß Inspektor Und manchmal ist der allebeste Ausblick jener, den man sich selbst mischt