NEU im stellysee Bookshop: THRILLER : Der geliehene Schatten

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Newsletter vom 9.September 2026

Der Fremde am Fenster im PArabolspiegel

Es war ein kalter Novemberabend, als Lotte die Tür hinter sich ins Schloss fallen ließ. Der Wind heulte um das alte Haus, und die Straßenlaternen warfen flackernde Schatten auf den nassen Asphalt. Sie hatte Überstunden gemacht – wieder einmal – und die Leere der späten Stunde umfing sie wie ein unsichtbarer Mantel.
Als sie die Treppe zu ihrer Wohnung hinaufstieg, bemerkte sie es zum ersten Mal: Ein leises Kratzen an der Fensterscheibe. Vielleicht ein Ast, dachte sie und schob den Gedanken beiseite. Doch dann hörte sie es wieder. Langsamer diesmal. Absichtlich.
Lotte erstarrte. Ihr Atem bildete kleine Wolken in der kalten Luft. Sie drehte sich um, doch die Straße war leer. Nur das flackernde Licht der Laternen und das ferne Rascheln von Laub.
In der Wohnung angekommen, schaltete sie das Licht ein und atmete erleichtert aus. Einfach nur der Wind. Doch als sie die Vorhänge zur Seite schob, um einen Blick nach draußen zu werfen, sah sie ihn.
Ein Mann stand auf der anderen Straßenseite, direkt unter der Laterne. Sein Gesicht war im Schatten verborgen, doch sie spürte seinen Blick. Er trug einen alten, dunklen Mantel, den sie nur allzu gut kannte. Ihr Herz setzte einen Schlag aus.
Dann hob er die Hand. Nicht zum Winken. Sondern zum Grüßen. So, als würde er sie erkennen. Als würde er sie erwarten.
Lotte riss das Fenster auf. „Wer sind Sie?“, rief sie, doch ihre Stimme zitterte. Der Wind riss die Worte davon, als der Fremde langsam den Kopf hob. Sein Gesicht kam in das Licht der Laterne – und sie erstarrte.
Es war das Gesicht ihres Vaters.
Doch das war unmöglich. Ihr Vater war vor sieben Jahren gestorben. Sie hatte ihn selbst begraben. Sie hatte die Tränen gewischt, als der Sarg in die Erde gesenkt wurde. Und doch stand er jetzt da, mit diesem vertrauten, sanften Lächeln, das sie seit ihrer Kindheit kannte.
„Lotte“, sagte er. Seine Stimme war rau, als hätte er jahrelang nicht gesprochen. „Ich habe dich vermisst.“
Sie wollte schreien. Weinen. Weglaufen. Doch ihre Beine gehorchten ihr nicht. „Das… das kann nicht sein“, flüsterte sie.
Er trat einen Schritt näher. „Es ist lange her, ich weiß. Aber ich bin wieder da.“
Plötzlich knarrte die Haustür unten im Flur. Langsam. Absichtlich. Als würde jemand sie öffnen, der genau wusste, dass sie allein war.
Lotte riss sich vom Fenster los und stürmte zur Tür. Sie riss sie auf – doch der Flur war leer. Nur die kalte Luft wehte ihr entgegen, als hätte jemand die Haustür offen gelassen.
Als sie sich wieder dem Fenster zuwandte, war er verschwunden.
Doch auf dem Küchentisch lag etwas, das vorher nicht da gewesen war: ein alter, vergilbter Brief. Mit ihrer Handschrift. Adressiert an ihren Vater. Datiert auf den Tag seines Todes.
Und darunter, in einer Schrift, die sie nicht kannte, stand ein einziger Satz:

„Ich habe nur auf dich gewartet.“


Newsletter vom 3.September 2026

Hallo liebe Leserin, lieber Leser,

jeder Abschied ist der Beginn von etwas Neuem. Ob es der Wechsel der Jahreszeiten, eine abgeschlossene Lebensphase oder der Wandel unserer eigenen Perspektive ist – Veränderung ist der einzige feste Bestandteil unseres Lebens. In der Welt der Kunst und Kultur haben wir uns diese Woche intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt.

Wie gehen wir mit dem Loslassen um? Und wie finden wir die Kraft, den Blick nach vorn zu richten?

Unsere Buchtipps für den Übergang.

Manchmal hilft ein gutes Buch dabei, diese Übergangsphasen zu reflektieren. Wir möchten dir heute zwei Neuerscheinungen ans Herz legen, die das Thema auf unterschiedliche Weise beleuchten:

"Leanders Spaziergang"
Eine Geschichte über das Erwachsenwerden und den Mut, sich den eigenen Ängsten zu stellen. Johanna lernt, dass Abschiede oft notwendige Schritte sind, um den eigenen Platz in der Welt zu finden. Ein Muss für alle, die eine sanfte, aber tiefgründige Erzählung suchen.

"Gefangen in zwei Welten"
Was passiert, wenn man sich zwischen zwei Welten aufhält? Dieses Buch erforscht den täglichen Neubeginn, den Mario jeden Tag durchläuft. Es ist eine spannende Auseinandersetzung mit Identität, dem Verbergen von Facetten und dem Wunsch nach Authentizität. Perfekt für alle, die komplexe Charaktere lieben.

Und dann haben wir noch das folgende Thema auf dem Schirm, also auf dem Bild-Schirm: 
Wann verlässt uns eigentlich die Konzentration?

In einer Welt, die sich ständig wandelt – und in der wir ständig neu anfangen müssen, uns auf Aufgaben einzustellen –, stellt sich die Frage: Wie lange halten wir das eigentlich durch?

Oft bemerken wir ein Nachlassen der Konzentration nicht sofort. Es schleicht sich ein. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die geistige Energie oft nach etwa 45 bis 90 Minuten intensiver Arbeit abnimmt. Doch es sind nicht nur die Minuten, die zählen. Auch unsere Umgebung und unser emotionaler Zustand spielen eine Rolle.

Wann ist der Punkt erreicht, an dem wir "abschalten"?
Nach einer langen Phase der "Input-Sättigung": Wenn wir zu viele Informationen auf einmal aufnehmen, blockiert unser Gehirn.
Bei mangelnder Abwechslung: Monotone Aufgaben lassen den Geist schneller ermüden als komplexe.
Wenn das "Warum" fehlt: Wenn wir den Bezug zu unserer Aufgabe verlieren, schwindet der Fokus.

Unser Tipp: Betrachte eine Konzentrationspause nicht als "Abschied von der Produktivität", sondern als einen bewussten "Neubeginn" für den nächsten Arbeitsschritt. Ein kurzer Spaziergang, bewusstes Atmen oder ein Themenwechsel können Wunder wirken.

Wie gehst du mit Abschieden in deinem Alltag um? Welche Geschichten haben dich bei einem Neuanfang begleitet? Schreib uns gerne zurück, wir freuen uns auf deine Gedanken.

Bis zum nächsten Mal – bleib inspiriert!

Dein Team von stellysee
Newsletter vom 27. August 2026


"Der Airbus, der kein Bus war – und wie man Hemden bügelt"
Es war einmal ein Airbus, der sich fragte: "Bin ich wirklich ein Bus? Oder bin ich nur Luft, die sich als Bus verkleidet hat?"
Ein tiefsinniger Gedanke für eine Maschine, die eigentlich nur von A nach B fliegen sollte. Doch der Airbus war ein Philosoph – oder zumindest ein sehr verwirrter Jet.
Eines Tages traf er auf einen echten Bus. Der Bus, stolz auf seine Räder und seine Route durch die Stadt, fragte:
"Und du? Fährst du auch auf Straßen?"
Der Airbus lachte (so gut eine Maschine lachen kann) und antwortete:
"Ich fahre nicht. Ich schwebte. Aber wenn du willst, können wir uns treffen – ich in der Luft, du auf dem Asphalt. Wir sind wie zwei Seiten einer Münze: eine fliegt, die andere rollt. Zusammen sind wir … Air Bus."
Der Bus überlegte. "Also bist du der Air und ich der Bus? Dann sind wir zusammen ein Wortspiel!"
"Genau!", rief der Airbus. "Und wenn wir uns verbinden, wird aus uns ein Bus Air – ein Fahrzeug, das weder hier noch dort ist, sondern irgendwo dazwischen. Wie die Liebe. Oder ein schlecht gebügeltes Hemd."
Die große Hemden-Bügel-Revolution
Plötzlich hatten sie eine Idee. Warum nicht die Kraft der Luft nutzen, um Hemden zu bügeln? Der Airbus blies heiße Luft aus seinen Triebwerken, während der Bus seine Türen öffnete, um Dampf abzulassen. Gemeinsam schwebten sie über eine Wiese, auf der ein Berg ungebügelter Hemden lag.
"So funktioniert’s!", erklärte der Airbus. "Man nehme einen Air Bus, füge etwas Hitze hinzu und – zack! – die Falten verschwinden. Die Hemden werden so glatt wie die Philosophie eines Zen-Meisters, der gerade seinen ersten Kaffee trinkt."
Der Bus war beeindruckt. "Also ist Bügeln eigentlich nur eine Form des Fliegens?"
"Alles ist eine Form des Fliegens", flüsterte der Airbus weise. "Selbst ein Stein fliegt – wenn man ihn nur hoch genug wirft. Und ein Hemd? Das fliegt vor Glück, wenn es keine Falten mehr hat."
Moral von der Geschicht’
Manchmal ist ein Airbus einfach nur ein Bus, der sich zu viel Gedanken macht. Und manchmal ist ein Bus Air die Lösung für alle Probleme – sogar für die ewige Frage, wie man Hemden bügelt, ohne dabei den Sinn des Lebens zu verlieren.
Und falls du es ausprobieren willst: Nimm einen Fön (das ist ein Mini-Airbus), halte ihn über dein Hemd und sag dabei: "Ich bin nicht hier, um zu bügeln. Ich bin hier, um zu schweben." Das Hemd wird es dir danken. Oder zumindest weniger falten.




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