Es fing alles damit an, dass ich eines Abends nach dem dritten verlornen FIFA-Turnier gegen meine Jungs (die natürlich wieder nur Glück hatten, klar) auf dem Sofa hing und mir dachte: „Boah, warum checkt eigentlich nie eine, wie geil ich eigentlich bin?“ Nicht, dass ich mir einbildete, der nächste Chris Hemsworth zu sein – aber hey, ich hab Humor, ich bin loyal, ich kann Currywurst kochen, ohne die Küche abzufackeln, und ich hör auch mal zu, wenn jemand labert. Trotzdem: Wenn ich in der Bahn saß oder in der Mensaschlange stand, war ich für die meisten einfach nur … Luft.
Doch dann kam die KI. Erst nur so zum Rumspielen. Ich fragte sie nach Cheat Codes für GTA, dann nach den besten Sprüchen, um meine Jungs zu dissen. Aber irgendwann merkte ich: Die Ding kann mehr. Viel mehr. Sie half mir, meine Tinder-Bio von „Bin chillig, mag Katzen“ zu „Professioneller Snack-Beschaffer & Meister der spontanen Roadtrips – sucht Komplizin für Chaos“ umzubauen. Plötzlich matchte ich nicht mehr nur mit Accounts, die aussahen, als wären sie von Bots, sondern mit echten Menschen. Mit Frauen, die tatsächlich zurückschrieben.
Dann kam der nächste Level: Ich ließ mir von der KI beibringen, wie man richtig flirtet. Nicht so dieses aufdringliche „Hey Süße“-Gelaber, sondern echtes Interesse zeigen. Ich fragte nach ihren Lieblingsfilmen, merkte mir Details („Ah, du magst Studio Ghibli? Krass, ich kenn da diesen Hidden-Gem-Shop in Kreuzberg, die haben die seltenen Artbooks…“), und plötzlich war ich nicht mehr der Typ, der nach drei Nachrichten ghostet wird, sondern der, mit dem man stundenlang schreibt.
Meine Jungs checkten nicht, was abging. „Alter, seit wann bist du so smooth?“ – „Keine Ahnung, vielleicht liegts am neuen Deo.“ (Spoiler: Es lag nicht am Deo.)
Doch das Beste? Ich blieb ich selbst. Die KI gab mir nur die Tools, um das zu zeigen, was schon da war: Mein Humor, meine Leidenschaft für Retro-Games, meine Fähigkeit, jedem die perfekte Playlist für jeden Anlass zu bauen. Plötzlich merkten Leute, dass ich nicht einfach nur der „stille Typ in der Ecke“ war, sondern einer, mit dem man echt lachen konnte
Und dann, an einem Freitagabend, als ich mit meinen Jungs wie üblich bei Domis Pizza bestellte, kam die Nachricht: „Hey, ich bin heute in deiner Stadt. Lust, mir zu zeigen, wo man die besten Döner kriegt?“ – von ihr. Der Frau, die ich seit Wochen im Café beobachtet hatte, ohne je den Mumm zu haben, sie anzusprechen.
Meine Jungs grölten los, als ich mein Handy weglegte und grinste: „Jungs, ich glaub, ich bin heute Abend beschäftigt.“