Der erste Blick
Es war ein sonniger Nachmittag am Kurfürstendamm, als ich sie zum ersten Mal sah. Sie stand vor einem Café, eine Tasse Kaffee in der Hand, und die Welt um sie herum schien stillzustehen. Ich war wie elektrisiert. Ohne nachzudenken, kaufte ich Blumen von einem Straßenverkäufer und trat auf sie zu. „Die sind für Sie“, sagte ich und hielt ihr den Strauß hin. Sie lächelte, und in diesem Moment wusste ich: Ich wollte sie nie wieder loslassen.
Drei Wochen später zog sie bei mir ein. Es war verrückt, ungestüm, aber es fühlte sich richtig an. Wir lachten, wir stritten, wir lebten. Doch heute, zwei Jahre später, sind wir getrennt. Die Erinnerung an diesen Tag am Kudamm kommt mir manchmal in den Sinn. Ich dachte immer, ich wäre schockverliebt gewesen. Und sie auch. Doch als ich sie vor ein paar Tagen traf und wir uns unterhielten, gestand sie mir etwas: „Ich war nicht schockverliebt. Ich war einfach nur hungrig. Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen – und du hast mir Blumen gebracht, statt mir etwas zu essen anzubieten.“
Sie hat ihre Gefühlswelt inzwischen also sortiert. Auch ich habe eine App dafür benutzt, die chemische Reaktionen bewertet und analysiert. Jetzt Liebe ich mein Auto. Meinen Regenschirm und Tram 1.
Manchmal ist die Realität viel einfacher, als wir sie uns ausmalen. (seh)
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