Die Yoga-Katastrophe
Es war ein sonniger Samstagnachmittag, als Lulu beschloss, ihren Nachbarn eine „beruhigende Yoga-Einheit“ in ihrer geräumigen Küche anzubieten. „Yoga bringt Harmonie“, hatte sie in einem Blog gelesen, und was konnte harmonischer sein, als sich gemeinsam mit den Nachbarn in der Küche zu dehnen, zu atmen – und vielleicht sogar ein bisschen Chai-Tee zu trinken?
Die Nachbarn kamen pünktlich: Herr Meier mit seiner brandneuen, quietschenden Yogamatte, Frau Schmidt mit einem selbstgestrickten Schal, den sie als „Yoga-Decke“ zweckentfremdete, und der Teenager Tom, der nur kam, weil er hoffte, dass es Snacks geben würde. Lulu hatte Kerzen angezündet, entspannende Musik angemacht und die Kücheninseln als „Yoga-Zonen“ markiert.
Doch dann ging alles schief.
Herr Meier versuchte einen „Krieger III“ – und rammte dabei mit seinem Ellbogen den Wasserhahn auf. Ein Strahl eiskalten Wassers schoss heraus und traf direkt Frau Schmidts „Yoga-Decke“, die sie gerade als Unterlage für ihren „Herabschauenden Hund“ benutzte. Die Decke rutschte weg, Frau Schmidt rutschte aus und landete mit einem lauten Platsch in der Schüssel mit dem Teig für Lulus selbstgemachte Muffins. Der Teig spritzte in alle Richtungen – an die Wände, die Decke, und vor allem in Toms Haare, der gerade dabei war, heimlich eine Handvoll Schokostreusel zu naschen.