Mitten in der Stadt stand das sagenumwobene Archivum Cognitus Maximus, ein urbaner Lernraum, der irgendwo zwischen Bibliothek, Denkfabrik und Kaffeemaschine existierte. Zutritt erhielten ausschließlich Personae Spezialikus: Studierende, Forschende, Bibliothekarierus Maximus und Menschen, die mindestens einmal freiwillig ein Quellenverzeichnis gelesen hatten.
Am Eingang prangte in goldenen Buchstaben: "Accessus nurus cum Legitimationibus. Diskussionus lautus = Exitus soforticus." Niemand wusste, was das bedeutete. Es klang aber amtlich.
Vor der Tür erschien eines Morgens Horst. „Salve, Portarius! Ich benötige Eintrittus immediatus wegen eines hochwissenschaftlichen Projekti Maximi.“
Der Pförtner blickte auf.
„Legitimatio?“
Horst zog eine Rabattkarte vom Supermarkt hervor.
„Originalus Premiumus.“
„Nonsensus Totalissimus.“
„Mit Bonuspunktibus!“
„Immer noch Nonsensus.“
Horst ließ sich nicht entmutigen.
„Audiatur et alterum Cappuccino!“
Der Pförtner blinzelte.
„Das war… fast Latein.“
„Danke. Ich habe drei Semester Küchenlatein auf YouTubius studiert.“
Beeindruckt ließ der Pförtner ihn hinein. Drinnen herrschte absolute Ruhe. Nur gelegentlich hörte man wissenschaftliche Gespräche.
„Laptopus Akkutus Mortalis.“
„Kabelus verschwundibus mysteriosus.“
„WLANus connecticus… disconnecticus… reconnecticus… Fluchibus maximus!“
Eine Bibliothekarin schwebte lautlos zwischen den Regalen.
„Quid quaeris?“
Horst antwortete ohne zu zögern:
„Buchus über Artificialis Intelligenzia Algorithmikus Optimus Deluxe Editionibus.“
Die Bibliothekarin nickte ernst.
„Dritter Stockus. Rechtsus nach dem Regalus Philosophiensis, linksus vor Informatikus, dann geradeaus bis Kaffeemachinus.“
Horst verirrte sich selbstverständlich.
Statt der Informatik landete er in der Abteilung Historicus Obscurus, wo ein älterer Herr murmelte:
„Temporibus früheribus war Bibliothekus noch analogikus.“
Ein Student daneben antwortete:
„Okayus Boomerus.“
Alle nickten ehrfürchtig.
Im Lesesaal wurde inzwischen eine hitzige Debatte geführt.
„Wikipedia est verbotenissima!“
„Neinus! Nur zitieribus korrektikus!“
„Quellenangabus oder Exmatrikulationibus!“
Ein Doktorand stand auf und verkündete:
„Ich präsentiere heute meine Dissertationibus Finalissima über Kaffeeconsumptio in noctibus klausurensis.“
Der gesamte Saal applaudierte im Silentium Modus, also möglichst leise.
Plötzlich ertönte ein Alarm.
„Piepus! Piepus! Buchus nicht ausgeliehensus! Alarmatus Maximus!“
Alle erstarrten.
Ein Erstsemester hatte versehentlich ein Buch am Ausgang vorbeigetragen.
Die Bibliothekarin erschien wie aus dem Nichts.
„Relaxatus. Erroribus Humanicus.“
Der Alarm verstummte.
Horst nutzte die Gelegenheit und fragte:
„Erhalte ich nun Mitgliedschaftus Permanenta?“
Die Bibliothekarin lächelte.
„Nach Paragraphus Bibliothekarensis §42 gilt: Wer überzeugendes Küchenlatein spricht, erhält keinen Sonderstatus… aber einen kostenlosen Lacherus.“
Seit diesem Tag erzählten sich alle Besucher die Legende von Horst.
Und wann immer jemand im Archiv besonders gelehrt klingen wollte, sagte er feierlich:
„Intelligentia entsteht nicht durch Wortibus Giganticis, sondern durch Denkibus Richtigus.“
Das war zwar grammatikalisch völliger Unsinn – aber im Arsch ivum Cognitus Maximus galt es als höchste Form der Weisheitus Universalis Extraordinarissima.
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