Alles begann mit einer E-Mail. Betreff: „Dringend – bitte sofort prüfen". Jens riss sich das Brötchen vom Mund, klickte, und las: „Liebe Kollegen, in der Kantine gibt es heute Königsberger Klopse. Ich habe bereits einen Tisch reserviert."
Von seiner Chefin Frau Dr. Hartwig. An alle 340 Mitarbeiter.
Das Problem: Jens hatte auf „Allen antworten" geklickt, um zu schreiben: „Nach dem dritten Kaffee kann ich eh nur noch Klopsie sehen, lol." Nur hatte er statt „antworten" versehentlich... nein, schlimmer: Er hatte es als neue Rundmail an die ganze Firma verschickt. Mit „lol". Vor dem Vorstandssprecher. Vor Frau Dr. Hartwig.
Jens stand auf. Zu schnell. Sein Stuhl rückte quietschend nach hinten, die Cola kippte – direkt auf die Tastatur, auf dem Bildschirm erschien ein Fenster: „Möchten Sie Ihren Entwurf senden?" Der Entwurf. An die Personalabteilung. Mit drei Sketch über „Rundmail-Klopsie-Gate" war längst raus.
„NEIN", flüsterte Jens und rutschte auf dem Cola aus. Als er wieder aufblickte, stand Frau Dr. Hartwig in seiner Tür. „Herr Jensen", sagte sie, „interessanter Humor. Ich habe gelacht." Pause. „Innerlich."
Sie drehte sich um. An der Tür hielt sie kurz inne: „Und die Klopsie heute? Die sind tatsächlich gut. Komm mit, du hast es dir ehrlich verdient"
Jens folgte ihr. Wortlos. Und beschloss, ab sofort Mittagspost nur noch mit Stift und Zettel zu machen.
Guten Appetit
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