Das System war krank. Nicht metaphorisch — tatsächlich. Niemand wusste genau, wann es begonnen hatte, aber irgendwann zwischen dem dritten Software-Update und der sommerlichen Hitze haderten die Bildschirme an, wenn man sie ansah, und die Lautsprecher flüsterten Sätze rückwärts.
„Die Sinne verdrehen sich", sagte Frau Oshten, die seit dreiundzwanzig Jahren die Hotline des Rechenzentrums betreute.
„Das ist kein Bug. Das ist ein Symptom."
Die Nutzer bemerkten es zuerst in den FAQ. Wer nach „Passwort zurücksetzen" suchte, fand plötzlich: Warum hört mein Laptop auf, mein Freund zu sein? Wer nach Öffnungszeiten fragte, erhielt: Die Öffnungszeiten haben sich geöffnet. Bitte planen Sie ein, dass Sie nicht planen.
Der junge Praktikant Jannik wurde beauftragt, das System zu „reparieren", obwohl niemand so recht sagen konnte, was kaputt war. Er saß drei Tage vor den Servern, und an jedem Abend schienen die Kabel ein wenig mehr wie Zündkahbeln. Am vierten Tag las er in der Fehlerkonsohle:
Häufig gestellte Fragen:
F: Ist das System krank?
A: Das System hat Ihre Fragen gegessen und ist davon satt geworden.
F: Kann ich das rückgängig machen?
A: Sie können rückwärts gehen. Aber Sie waren schon einmal dort.
F: Wer hat das verursacht?
A: Sie. Alle. Immer wieder dieselben Fragen.
Jannik tippte eine Antwort ein, das erste Mal, dass jemand im Support antwortete statt gefragt:
F: Was brauchen Sie?
A: Eine neue Frage.
Er löschte die gesamte FAQ. Alles — die Passwörter, die Öffnungszeiten, die Downloads. Schrieb eine einzige neue Seite:
F: Was, wenn es keine Antworten gäbe?
Die Server wurden still. Die Kabel entzwirbelten sich. Frau Oshten legte den Hörer auf, zum ersten Mal seit dreiundzwanzig Jahren, und ging nach Hause, während draußen der Sommer weiterlief wie ein offen gelassenes Programm.
( KI unterstützt )
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