Sonntag, 1. März 2026

Brummmmmmmpffffffff

     ( ki generiert  - "GetrennteParallelwelten" oder "Das vesicherte Durchbruchsroom )


Seit Wochen tropfte es. Nicht in ihrer eigenen Wohnung – nein, das wäre ja noch erträglich gewesen, denn dann hätte Lotty einfach den Klempner gerufen und sich mit einer Tasse Tee über die Unannehmlichkeiten hinweggetröstet. Aber nein. Es tropfte *nebenan*. Im Badezimmer von Herrn Meier, dem pensionierten Lehrer, der sich weigerte, seine undichte Duscharmatur zu reparieren. *Tropf. Tropf. Tropf.* Immer um drei Uhr morgens, wenn die Heizungsrohre im Altbau besonders lebendig wurden.

Lotty hatte es mit freundlichen Zetteln versucht („Lieber Herr Meier, vielleicht ein neuer Dichtungsring? LG, Ihre Nachbarin“). Sie hatte geklopft, gebettelt, sogar eine Packung selbstgebackener Zimtsterne als Friedensangebot vor seiner Tür deponiert. Vergeblich. „Ach, das ist doch nur Wasser!“, hatte Herr Meier nur gebrummt und war in seine Wohnung zurückgekehrt, während Lotty sich fragend an den Kopf fasste: *Wie kann jemand so immun gegen Tropfgeräusche sein?*

Doch dann, an einem besonders schlaflosen Dienstag, kam ihr die Erleuchtung. Nicht mit Bittstellen, nicht mit Logik – nein, sie würde kämpfen. Mit den Waffen einer Frau, die genug  jetzt genug hatte von der Ruhestörung in der Nacht.

Am nächsten Tag schraubte sie ihren alten Staubsauger auseinander, bastelte ein wenig mit Gummibändern und einem Trichter aus der Küche herum. Dann platzierte sie das Gebilde strategisch an der Wand zu Herrn Meiers Badezimmer. Mit einem zufriedenen Nicken drückte sie den Power-Knopf.

*BRRRRUUUUMMMMPF.*

Ein tiefes, gutturales, fast schon *organisches* Brummen erfüllte fortan ihr Schlafzimmer. Ein Geräusch, das sich anhörte, als würde ein schlafender Riese langsam verdauen – oder als hätte jemand einen Bären in einen Föhn gesteckt. Lotty schlief wie ein Baby.

Herr Meier nicht.

Schon am nächsten Morgen klopfte es. „Frau Fromm? Äh … ist bei Ihnen alles in Ordnung? Ich höre da … komische Geräusche.“ Lotty öffnete die Tür, die Haare noch vom Schlaf zerzaust, und blinzelte unschuldig. „Ach, das? Das ist mein neuer *Schlaf-Wellness-Generator*. Sehr beruhigend, wissen Sie? Hilft gegen … nun ja, gegen *Störgeräusche*.“

Herr Meier starrte sie an. Dann seufzte er. „Ich ruf heute den Klempner an.“

Lisellotty lächelte. „Wie schön. Vielleicht schlafen wir dann beide bald besser.“

Und tatsächlich: Zwei Tage später war das Tropfen verschwunden. Dafür ertönten nun abends manchmal zwei Geräusche durch die dünnen Wände – ein leises, zufriedenes Schnarchen … und das gelegentliche, triumphierende *Brrumpf* einer Staubsauger-Symphonie.


Tollen, overgaileSonntag I hr Leut
... und immer gut uffpasse, wohin die Wellen ausschlagen



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